Betrifft Buslinie (…); Fahrt vom 31. März 2010, Haltestelle (…), Basel, ab 8.19 Uhr, Fahrtrichtung (…).
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Sehr geehrte Damen und Herren
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Ich möchte Ihnen mitteilen, dass es Ihr Chauffeur auf besagter Fahrt nicht für nötig hielt, an der Haltestelle (…) anzuhalten, obwohl mindestens zwei Fahrgäste (meine Begleitung und ich) den Halteknopf gedrückt hatten. Sein lapidarer Kommentar auf die sofort vorgebrachte Beschwerde und Bitte um Stopp – man habe „zu spät“ gedrückt – war weder glaubhaft noch als Begründung tauglich für die sture Weiterfahrt mit anschliessender erzwungener Grenzwanderung der betroffenen Passagiere.
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Sie sollten den Mann in den (fahrfreien) Innendienst versetzen und nicht auf den qualitäts- und Zeitmanagement-orientierten Fahrgast loslassen.
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Mit freundlichen Grüssen
]]>Sehr geehrte Damen und Herren
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Heute ereignete sich an der Bushaltestelle (…) Folgendes:
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Ich war begleitenderweise mit meiner Grossmutter unterwegs. Als der Bus eintraf, waren wir noch dabei, ihre Fahrkarte zu lösen, wobei der Automat mehrfach eigentlich gültige Münzen nicht akzeptierte, während hilfsbereite Fahrgäste die Türe für uns offen hielten.
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Anstatt eine solche Situation angemessen zu beurteilen und entsprechend zu reagieren (ev. sogar mit Hilfeleistung), fiel Ihrem überforderten Chauffeur (Beschreibung: Glatze und Ohrring(e)) nichts Besseres ein, als durch mehrfaches Hupen zusätzlich die Fahrgäste zu erschrecken.
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Sie sollten dem Herrn nahe legen, seine Einstellung zu überdenken, oder aber ihn in den Innendienst versetzen, dann kann er auf seiner Tastatur oder Kaffeemaschine (geräuschfrei!) “rumhupen”, soviel ihm beliebt …
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Mit freundlichen Grüssen
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Mensch, ich glaub’ dir ja, dass du Baltimora’s “Tarzan Boy” liebst (wie auch ich!), aber dann solltest du doch wissen – es gibt nur einen Weg, den Song zu covern; mit grösstmöglicher Nähe zum Original ..!
Dann hättest du erst noch einen vielversprechenden Sommerhit gehabt, auch fürs Ausland (“Der Nachfolge-Hit des “Chihuahua”-Sängers!” .!?) … ich bin übrigens felsenfest überzeugt, auch das Original hätte heute noch das Zeug zum Hit – der Ballermann-Pöbel würde es dankbar schlucken; Spass, Tanz und, zur Abwechslung, sogar Klasse garantiert …
Aber dein Cover, als “Reggaeton”, wie du den Scheiss nennst – was soll das?!
Schief-Beatige Möchtegern-Bünzli-Exotik aus der (deiner?) tristen, krisengeschüttelten Gegenwart, statt synthiegeschwängerter Aufbruchstimmung voller Euphorie aus dem Goldenen Jahrzehnt des Pop ..?!
Kein Wunder, wollten dir die Baltimora-Produzenten die Genehmigung erst gar nicht erteilen (ich dachte allerdings, die brauche es gar nicht für Cover, solange diese unverändert sind; oder doch, wenn sie sich musikalisch zu sehr vom Original unterscheiden ..?? Diesfalls hätten einem aber viele Cover-Verbrechen der Vergangenheit erspart bleiben können, ja, müssen …)
Immerhin, den fast originalen “Tarzanschrei”-Refrain in deiner Version und die nicht unleidigen Gitarren, die ihn begleiten, anerkenne ich, für den ganzen Rest haste dir meine Verachtung redlich verdient …
Wobei, vielleicht liest du das ja noch, besinnst dich eines Besseren und machst einen “Single Remix”, getreu dem Original … den Sommerhit würd’ ich dir gönnen, Mensch!
(Trotzdem) Herzlichst, Dein …
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Guten Tag
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Mein eineinhalbjähriger Sohn war gestern Montag Nachmittag im Eingangsbereich Ihres Kinderhorts auf Erkundungstour, wobei es ihm eine besondere Freude bereitete, den Hort kurzzeitig zu betreten und wieder zu verlassen.
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Prompt sah sich Ihre völlig humorlose und unentspannte Mitarbeiterin genötigt, das temporär gehäuft auftretende Öffnen und Schliessen der annähernd lautlosen mechanischen Schiebetüre zu beanstanden.
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Sie sollten der Dame nahe legen, ihre Einstellung zu überdenken oder aber eine Änderung des Namens Ihrer Institution – „Kinderparadies“ (!) – in Erwägung ziehen …
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Mit freundlichen Grüssen
]]>Guten Tag
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Ich beziehe mich auf den bei Ihnen gestern Mittwoch abgeholten Renault Twingo (grün, BL 163 …, defektes Expansionsgefäss).
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Obwohl ich Ihren Mitarbeitern mehrfach mitgeteilt habe, dass ich den Wagen bei nicht erteiltem Reparaturauftrag spätestens Mittwoch Abend (bei Rückgabe des Ersatzwagens), ev. auch ausserhalb der Öffnungszeiten, abholen werde, fand ich ihn zu später Stunde abgeschlossen auf dem Hof vor, ohne am Wagen auffindbaren Schlüssel und ohne dass mir vorgängig ein Code für den Schlüsselkasten zugeteilt bzw. ich auf dieses System aufmerksam gemacht worden wäre.Um den Wagen mitnehmen zu können, musste ich bei mir zuhause den Ersatzschlüssel holen.
Wo auch immer sich der andere Schlüssel aktuell befindet (!), ich bitte Sie, ihn mir an meine aktuelle Adresse (nicht in Ihrem System) zu schicken:
(…)
Grüsse

Nennen sich “Markengarage”, verlangen entsprechende Preise, doch Scheisse gebaut haben sie hiermit bei mir bereits zum zweiten Mal (immerhin, beim ersten Mal führte meine Reklamation zu einer Rückerstattung..) …
Aber eben, keine Stümpereien und und falschen Freundlichkeiten mehr ..!
Vom Wecker aufgewacht um sechs Uhr, war ich gelähmt vor Depression. Konnte nicht aufstehen, wollte nur liegenbleiben, wollte weiterschlafen, aber auch das ging nicht. Ich dachte an den Zahlungsbefehl, an die in der Arbeitswohnung ungeöffnet liegenden unterdessen bestimmt fünfzig Briefe, unter denen die Hälfte Rechnungen sein dürften, bekam einen Riesenschub Existenzangst, dachte an weitere Zahlungsbefehle, die kommen werden – und wurde vor lauter Panik sexuell erregt. Es scheint so etwas zu geben wie Geilheit aus Not: als würde eine bedrohte Art damit reagieren wollen, nun ganz besonders viel und heftig zu vögeln. Als ich das ‚Problem’ ‚gelöst’ hatte, war die Depression wieder da.”
Alban Nikolai Herbst, 52, die schriftstellernde Albino-Variante von Theo Waigel; aus seinem Online-Tagebuch …

Dem Irrwahn erlegen, er werde an “Universitäten gelehrt”, von “Bibliotheken hochfrequentiert”, tatsächlich irrlichternd zwischen einem Auswurf, schreibend, dichtend, essayierend, skizzierend, fingerübend, aussortierend, bloggend, der für Goethes Lebenswerk gleich zweimal gereicht hätte, und den doch niemand liest geschweige denn käuflich erwirbt, und, hieraus folgend, dem täglichen Kampf ums nackte Überleben, hat ihn die existenzielle Bedrohung an einer Stelle sogar soweit getrieben, bei Ebay eine Figur aus einem künftigen Roman zu versteigern, womit er, zugegeben, immerhin ein paar Euro mehr verdient hat als ich mit meiner glorreichen Schreibrechtsaktion …
Nachdem ich etwa die Zeitspanne eines Jahres von seinem Internettagebuch überflogen habe, so kann ich, auch angesichts des von ihm freundlicherweise zur Verfügung gestellten Bildmaterials, konstatieren, dass die Radikalität seiner virtuell gleichermassen abgebildeten und reflektierten Zwangsrealität ohne weiteres in die Schranken verwiesen wird von der jenseits aller Kompromisse schwebenden Unerbittlichkeit seiner Sockenwahl …
Was das Zitat betrifft, so mag man ob der ästhetischen Wertigkeit einer solch unverfroren aufgezwungenen Altdandy-Erotik geteilter Meinung sein, doch waren es letztlich Ausschnitte wie dieser, welche mir, rosinengleich, den selbst als Kleinsthäppchen genossen kaum ertragbaren Restgugelhopf äusserster Geschmacksbitterkeit, ein wenig nur zu versüssen vermochten …
(Originaleintrag vom 17. Januar 2007);
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Ich hab ihn seinerzeit per Mail auf meine “Lobhudelei” aufmerksam gemacht; sogleich reagierte er mit einem Absatz in seinem neuesten Blogeintrag …
Und auf einen komisch frozzelnden Artikel wies mich in einer heute morgen empfangenen Mail sein Autor hin. Meine Socken, über die dem Mann Kenntnis sehr angelegen zu sein scheint, spielen darin eine Rolle, und mit Theo Waigel hat mich a u c h noch keiner vorher verglichen; ebenso ist das mit dem Albino hübsch. Man scheint mir tief in die Augen geschaut zu haben, nachdem man das gleiche mit dem Glas getan – mit sehr viel m e h r e r e n Gläsern, nehm ich mal an. >>>> Machen Sie sich einfach Ihr eigenes Bild. [Link zu meinem Beitrag]
“Frotzeln” schreibt man mit ‘tz’, ansonsten geht diese wohlwollend-zurückhaltende Reaktion für mich in Ordnung …
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Mit Promis ist es so eine Sache. Sie sind zwangsläufige Folge unter anderem der von mir geschätzten Musik- und Filmbranche. Manchmal dienen sie sogar auch neben ihrem Arbeitsplatz, in Interviews etwa, der Unterhaltung. Oder als Projektionsfläche eigener Wünsche und Abneigungen, wie der (Laien-)Psychologe sagen würde. Allerdings werden sie in ihrer Bedeutung auch oftmals überschätzt. Können nichts, sagen nichts, tun nichts. Nichts jedenfalls, was ihre Bedeutung rechtfertigte. Nerven einfach nur. In heutigen Medienzeiten der Castingshows und Realdokus definitiv immer öfter.
Die Schweiz hat keine Promis. Jedenfalls kaum welche, die einen anderen als den Stempel des “Cervelat-Promis” verdienen, welcher im Ausland wohl irgendwo zwischen B- und C-Promi anzusiedeln wäre. Selbst “Superstars” gehören bei uns eher zur blassen Sorte (einer etwa spielt Tennis, ein anderer war früher Bäcker, beide warben sie mal zusammen für ein Milchprodukt …).
Und das ist deine Chance. Da kommst du daher und nutzt das aus. Schamlos. Springst frech in die Bresche und lieferst uns schweizerisch zuverlässig einmal im Jahr ein neues Mitglied des bescheidenen eidgenössischen Promi-Reigens. Eine selbst gekrönte “Königin”, Krönchen inklusive, für den hiesigen Promi-”Adel”. Was in anderen Ländern unter ‘ferner liefen’ fungiert oder gar völlig unbekannt ist, landet bei uns mangels Celebrity-Konkurrenz mühelos in den Klatschspalten und auf den Titelseiten. Und wir müssen fortan ein Jahr lang von dir lesen, über deine Hobbys, deine “Beauty-Tipps”, deine Berufspläne, deine Beziehungen, die Gründe für deren Scheitern. Und dann behauptest du noch unentwegt, du wollest die Schweiz “repräsentieren” und dich für irgendwelche Benachteiligte oder Unterrepräsentierte “einsetzen”, dabei gehts dir doch nur um die Kohle und den (Semi-)Ruhm. Vor allem während deines “Amtsjahres”, da heissts natürlich, mitnehmen, was geht, klar, aber auch möglichst lange darüber hinaus. Dann als Teilzeit-Model und -Moderatorin, als “Schauspielerin”, als für die Öffentlichkeit aufbereitete Ehefrau und Mutter, sicher aber, denn das genügt bereits für den medialen Cervelat-Happen zwischendurch, als “Ex-Miss”. Wobei sich das Missen-Feld ja zunehmend erweitert, neben der “Ex-Miss” tummeln sich auch vermehrt “Vize-Miss” (was uns etwa die eklige Russen-Xenia bescherte..), “Miss-Kandidatin” oder “Ex-Miss-Kandidatin” in den einschlägigen Gazetten. Und mir kommt dabei das Giesskannenprinzip in den Sinn; gleichmässige, flächendeckende Verteilung, und eine manikürte Breitseite dieser Missen-Armada erwischt dich immer! Keine Chance auf ein Entrinnen …
Wie soll ich sagen ..?
Du gehst mir einfach auf die Nerven! Aber sowas von. Ich kann dich, deine Vizen und sonstigen Thronanwärter-Miezen nicht mehr sehen …
Abschliessend möchte ich dir gleichwohl noch drei so genannte “Promis” aufzählen, die ich unerträglicher finde, als du es jemals sein könntest. Vielleicht hilfts dir ja …
Unangefochten auf Platz eins aller Unerträglichkeiten ist die Pooth Verona, geborene Feldbusch. Hat sich mit einer einzigen, sicher nicht auf ihrem geistigen Misthaufen gewachsenen Idee, ihre Dummheit auf eine vermeintliche Meta-Ebene zu verlagern, einen erstaunlichen Platz in Deutschlands Medienhierarchie erarbeitet und finanziell damit natürlich ausgesorgt. Entblössungen von wahrem Intellekt und Charakter wie etwa beim legendären Fernsehduell mit der Schwarzer bei Kerner gabs bislang leider viel zu selten. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt … und vielleicht schaffts der treudoofe Franjo-Gatte ja doch noch irgendwann, seine Olle mit in den Abgrund zu reissen …
Dann, die Klum, diese, Zitat Willemsen: “unschöne Frau mit ihrem laubgesägten Gouvernantenprofil”. Wie recht er hat, der Mann! Wirbt für jeden Scheiss, spricht wie eine debile Kneifzange, schielt, beutet naive Mädchen für ihre Model-Freak-Show aus und war sich nicht mal zu schade dafür, sich von einem fetten italienischen Möchtegern-Playboy mit Motorenöl am Arsch ein Kind machen zu lassen. Wird aber von ihren Landsleuten dennoch kräftig hofiert und mit hohen Einschaltquoten bedacht. Die spinnen, die …
Eines der “Mädchen” aus jener Show, für die mein Mitgefühl allerdings nicht im Geringsten gilt, ist Gina-Lisa, gemäss BILD die “neue Brigitte Nielsen“. Nicht nur, weil sie als heimliche Siegerin aus dem Pleitespektakel hervorgegangen ist und damit medial (befristet) weiterlebt, insofern gar keines Mitleids bedarf. Sondern vor allem, weil ich selten so viel Billigkeit und Vulgarität auf einen blondierten Haufen gesehen habe. Dagegen wirkt Paris Hilton wie eine Vertreterin eines altehrwürdigen Adelsgeschlechts. Einfach nur widerlich …
Oder, um mal national zu “argumentieren”, Nubya, die ihre rechteckige Birne überall hinhält, wos irgendwie von Nutzen ist, und nicht nur diese, wie das zeitweilige Techtelmechtel mit dem Sänger der uncoolsten Band der Welt, zeigte. Glücklichweise haut das Ganze trotzdem nicht so richtig hin und bleiben die Erfolge und Medienauftritte in bescheidenem Rahmen. Als gäbs doch eine Gerechtigkeit …
Oder, Eva Camenzind, der wandelnde Babyspeck, welche die Unvorteilhaftigkeit ihrer teigigen Visage mit einer Frisur wie Calimero vor der Geschlechtsumwandlung noch zusätzlich unterstreicht, und deren mediale Impertinenz der Unerträglichkeit ihres Erscheinungsbilds in nichts nachsteht …
Moment, das waren ja bereits … ich hör’ jetzt auf, sonst hör’ ich nimmer auf …
Grüsse, Dein …
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Er ist der Witzbold von der Seite 2 der Bild-Zeitung. Gerne gönnen wir uns morgens seine Kolumne, “Post von Wagner”, als erste Zärtlichkeit des Tages. Oder als erste Ohrfeige. Oben links prangt sein Konterfei, himmelblaues Hemd, wirre Haare, Zahnlücke. Und ein Gesicht, in das nicht die Zeit, sondern die Ausschweifung tiefe Kerben geschlagen hat.
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Er stammt aus dem Sudetenland, spielt Geige und Klavier. Er war Domspatz in Regensburg, Möbelpacker in Paris, Bademeister in Genf, gescheiterter Chefredakteur in München (Bunte) und in Berlin (BZ). Er “entdeckte” den Haareschneider Gerhard Meir und hob damit das unselige Phänomen des “Promi-Friseurs” aus der Taufe. Er trägt keine Uhr und lässt, damit man das auch sieht, seine Manschetten immer offen. Er gilt als cholerisch, viril, impulsiv, reaktionär, hysterisch, zynisch, chaotisch, mithin unerträglich. Eigenhändig dichtete er legendäre Schlagzeilen (“Berlin heißer als Kairo, Bahamas, Bombay”) und Tom Cruise eine Unfruchtbarkeit an. Er soll Bunte-Kollegen vor versammelter Mannschaft als “Wichser” bezeichnet und im Suff damit gedroht haben, vom Dach des Springer-Hauses zu springen – wo er heute sein Gnadenbrot als “Chefkolumnist” fristet. In 80 Zeilen um die Welt. Das kann er. Denn Popliteratur hat er schon gemacht, da waren die Popliteraten von heute nicht mehr als ein Glitzern in den Augen ihrer Eltern. Er träumt, denkt und redet in Schlagzeilen, immer umwabert vom Kettenrauch seiner filterlosen Gitanes.
Seine große, gefährliche Zeit ist lange vorbei. Eine Bulldogge auf dem Boulevard, die keinen Maulkorb braucht – weil sie gut angeleint ist. Er ist nicht mehr Leuchtturm, nur noch Irrlicht. Seine Kolumnen bewegen, und sei es auch nur zu einem matten Kopfschütteln.
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Wenn du eine Sache richtig machst, heißt es, werden sich die Leute nicht sicher sein, ob du überhaupt etwas getan hast. Franz-Josef Wagner hat sehr viel falsch gemacht. Heute wird er 60 Jahre alt.
“Loblied” einer Deutschen Tageszeitung zum Sechzigsten für Franz Josef Wagner, Boulevard-Legende, berühmt-berüchtigte, heutiger BILD-Kolumnist, auch genannt “Gossen-Goethe” …
Gut möglich, dass auch von hier aus demnächst immer mal wieder “Post” verschickt wird, an Leute, die das gar nicht wollen, und da scheint es mir angebracht, den Ideengeber wenigstens mal vorzustellen;
Interessant stelle ich mir persönlich die langen, langen, laaaaangen Minuten vor, in denen Batman da hinten im Schatten stand und ja keinen Mucks von sich geben durfte. Was mag er gedacht haben?
“Leise sein. Geräusche vermeiden. Wie? Ablenken. Womit? Hm. Ja, richtig, denken. Düstere Gedanken. Alles außer Sex. Hörte ich da Sex? Nein, nein, denk nicht an Sex, denk nicht an Sex, wenn er sich regt, quietscht der Gummianzug! Moment, dachte ich gerade das Wort Gummianzug? Gummi. Perverse Sexspiele. Gott, nein! Nein, nein, nein! Lenk dich ab, lenk dich ab. Denk an … verdammt …. was Schlimmes, ja, richtig, denk an deine Eltern. Tot. Sie sind tot. Tote Eltern. Tot. Tot. Tot. Mausetot. Tränen, Komplexe, Albträume, Alfred, der dich beim Bettnässen erwischt. Peinlich, peinlich. Wirkt es? Ja, es wirkt. Aber was riecht hier so? Bin ich das? Es ist so irre heiß hier drunter. Hm. Nein, es ist dieser elende Creep auf dem Stuhl vor mir. Klar, ich könnte ihm auch jetzt schon auf die Fresse hauen, ist ja auch ein wenig eilig, oder, nicht dass er Rachel und Harvey noch auf tickendende Zeitbomben gesetzt hat, oder so’n Scheiß – hm, würde er sowas machen? Aber, ach egal, Gordon hat gesagt, dass er mir eine Stromrechnung fürs dusselige Batsignal schickt, wenn ich ihm seinen großen Auftritt vermassele. Aber was braucht der so lang? Hab Kopfweh, hab seit sechs Minuten nicht mehr geatmet. Vermutlich bin ich schon Blueman. Würde so gerne. Geht nicht, weil der blöde Stimmenverstärker das kleinste Geräusch aufbauscht. War Alfreds Idee. Wenn ich nach Hause komme und er schläft, lege ich seine Hand in einen Eimer voll warmem Teewasser. Drecks-Heldenleben!”
Trouvaille ausm Netz …
Ohne aktuellen Anlass.
Oder doch, Qualität hat hier immer ihren Platz, ist immer aktuell …
Irgendwann in den 1970ern oder frühen 1980ern, ZDF-Hitparade, Auftritt des behaarspangten Schreckgespensts Andrea Jürgens, mal wieder, mangels Sender-Alternativen auch in unserer Wohnstube … da meinte meine Mutter lapidar: “… die singt jetzt noch ihr Lied zu Ende, dann geht sie brav ins Bett …”, und ich hab nur so gedacht, ähm, ja, wenn das nette Mädel das so macht, dann gehört sich das wohl so …
Weiss der (Pleite-)Geier (oder blieb ihr dieses Schicksal erspart ..?!), wann die Nachwirkungen dieser perfiden Gehirnwäsche, für welche die wimmernde Vorzeigegöre hier zu pädagogischen Zwecken missbraucht wurde, aus mir entfleucht waren und ich darauf gekommen bin, dass Spät-Ins-Bett-Gehen doch auch ganz dufte ist …