Okt
15

Es gibt ja so Dinge, die ich absolut nicht nachvollziehen kann.
Wie man auf die Idee kommen kann etwa, im Mehrparteienhaus mit Gemeinschaftswaschküche, wenn man an der Reihe ist, die Waschküche abzuschliessen. Was bei uns öfters passiert. Und es sind immer dieselben.
Angst, dass etwas geklaut wird?! Grundsätzlich, je nach Waschobjekt, einen Gedanken wert, aber doch nicht bei den hiesigen Waschsubjekten, in einem gutbürgerlichen Wohnhaus wie dem Unsrigen. Obwohl, hat ja jetzt auch “Ausländer” hier, wie mir eine der Schweizer Mieterinnen, die schon seit Jahrzehnten nichts besseres zu tun hat, als hier zu wohnen und aufgrund ihrer Mitteilungsfreudigkeit auch “Die Dorfzeitung” genannt wird, einst grossäugig zuraunte, Vorsicht! Da kommt mir auch meine ehemalige Nachbarin in den Sinn, wohl ein Ex-Junkie und ganz sicher amtierende, aber nicht anonyme Alkoholikerin, die noch immer ein Herz für ihre Kumpels aus der Szene hatte und sie des öfteren in ihrer fürsorgefinanzierten Wohnung hausen liess. Mir wars recht, ich, damals nebenher noch Interviewer zu Marktforschungszwecken, hatte so immer meine zu befragenden Personen. Erfreulich unkomplizierte, die verzichteten sogar auf .., aber lassen wir das, wer weiss, wer hier mitliest … jedenfalls, gingen die Typen seinerzeit hier ein und aus, was für ein Anblick!, Bewohner der erfrischend anderen Art für unsere Spiesserbude …
Doch zurück zum Thema; Angst vor Diebstahl wäre also eine Möglichkeit, obwohl mir beim Gedanken an die Wäsche der “Dorfzeitung” oder der Junkie-Herbergsmutter oder der die Frommheit aus allen Poren absondernden, naturhaarfarbenen Zeugen von Jehovas Gnaden aus dem obersten Stock oder des freidenkerisch-alternativen Konkubinats-Künstlerpärchens mit akuter Müffelgefahr in der Wohnung darunter weniger nach Wegnahme zumute ist denn nach Wegrennen, und zwar ganz weit weg …
Wobei, vielleicht sagen sich die Spiesser ja auch, die Nachbarn, die sollen des Spiessers Wäsche mal bloss nicht inspizieren können, weil, es könnte ja sein, dass sie sie dann gar nicht mehr haben wollen, aber was fällt denen ein?!, die haben sie zu haben wollen!, obwohl, sind natürlich schon einige Jahre vergangen seit der letzten Neuanschaffung; textil’ne Untiefen hinter gutbürgerlich-schweizerischer Kollektivwaschküchen-Fassade …
Oder wir haben es hier mit dem Gärtchenprinzip zu tun, mein Revier, dein Revier, und wenns schon nicht zu ‘nem eigenen Häuschen mit eingezäunter Grünfläche gereicht hat, wo mir keiner reinpissen kann, dann soll wenigstens mal die Waschküche mir alleine gehören, für eineinhalb Tage, immerhin, besser als gar kein Besitz, und wenn sie mir gehört, kommst du mir nicht rein, schiffst mir nicht in mein Flüssigwaschmittel oder direkt in die Trommel, sonst meld ichs der Hausverwaltung oder ekel dich gleich selber raus – Verweis auf obenstehendes Bild, das plötzlich meinen Wäscheberg zierte, als ich mir einst dreist erlaubte, jenseits meiner Tage die leerstehende Waschküche zu entweihen …
Andererseits; was kümmert mich das alles noch; ich bin ja raus hier ..!
Meine eigene Waschmaschine hab ich an neuer Stelle zwar noch immer nicht, doch wenigstens sind hier die Waschtage nicht vorbestimmt; es gilt das Gesetz des Schnelleren … obwohl, was wenn ich rein will, aber der andere war vor mir drin?!, ich hatte doch reserviert!?, das ist doch mein Waschzuber, der dort drüben steht, nee, sagen Sie mal!, der steht nicht einfach vor meinem Keller, sondern trohnt hier als deutlich sichtbares Mahnmal meiner Waschberechtigung, hörst du?!, na warte ..!
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omg ich weiss es jetzt schon – ich werd letztendlich wieder zurück aufs Land ziehen… irgendwann. Das Ganze erinnert mich nur zu sehr an meine spiessigen Nachbarn hier im Wohnblock -.-
Der Mensch zieht dort hin, wo er unter seinesgleichen ist. Spiesser und Spiesser gesellt sich gern.
Wer wie ich in einem Haus wohnt, kennt Waschpläne nur vom Hörensagen.
Es ist einfach herrlich, sich weder mit spiessigen Nachbarn noch mit nervigen Mitarbeitern herumschlagen zu müssen.
Jeder kriegt das, was er verdient.