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Er ist der Witzbold von der Seite 2 der Bild-Zeitung. Gerne gönnen wir uns morgens seine Kolumne, “Post von Wagner”, als erste Zärtlichkeit des Tages. Oder als erste Ohrfeige. Oben links prangt sein Konterfei, himmelblaues Hemd, wirre Haare, Zahnlücke. Und ein Gesicht, in das nicht die Zeit, sondern die Ausschweifung tiefe Kerben geschlagen hat.
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Er stammt aus dem Sudetenland, spielt Geige und Klavier. Er war Domspatz in Regensburg, Möbelpacker in Paris, Bademeister in Genf, gescheiterter Chefredakteur in München (Bunte) und in Berlin (BZ). Er “entdeckte” den Haareschneider Gerhard Meir und hob damit das unselige Phänomen des “Promi-Friseurs” aus der Taufe. Er trägt keine Uhr und lässt, damit man das auch sieht, seine Manschetten immer offen. Er gilt als cholerisch, viril, impulsiv, reaktionär, hysterisch, zynisch, chaotisch, mithin unerträglich. Eigenhändig dichtete er legendäre Schlagzeilen (“Berlin heißer als Kairo, Bahamas, Bombay”) und Tom Cruise eine Unfruchtbarkeit an. Er soll Bunte-Kollegen vor versammelter Mannschaft als “Wichser” bezeichnet und im Suff damit gedroht haben, vom Dach des Springer-Hauses zu springen – wo er heute sein Gnadenbrot als “Chefkolumnist” fristet. In 80 Zeilen um die Welt. Das kann er. Denn Popliteratur hat er schon gemacht, da waren die Popliteraten von heute nicht mehr als ein Glitzern in den Augen ihrer Eltern. Er träumt, denkt und redet in Schlagzeilen, immer umwabert vom Kettenrauch seiner filterlosen Gitanes.
Seine große, gefährliche Zeit ist lange vorbei. Eine Bulldogge auf dem Boulevard, die keinen Maulkorb braucht – weil sie gut angeleint ist. Er ist nicht mehr Leuchtturm, nur noch Irrlicht. Seine Kolumnen bewegen, und sei es auch nur zu einem matten Kopfschütteln.
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Wenn du eine Sache richtig machst, heißt es, werden sich die Leute nicht sicher sein, ob du überhaupt etwas getan hast. Franz-Josef Wagner hat sehr viel falsch gemacht. Heute wird er 60 Jahre alt.

“Loblied” einer Deutschen Tageszeitung zum Sechzigsten für Franz Josef Wagner, Boulevard-Legende, berühmt-berüchtigte, heutiger BILD-Kolumnist, auch genannt “Gossen-Goethe” …
Gut möglich, dass auch von hier aus demnächst immer mal wieder “Post” verschickt wird, an Leute, die das gar nicht wollen, und da scheint es mir angebracht, den Ideengeber wenigstens mal vorzustellen;



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Comments

This entry was posted on Dienstag, August 11th, 2009 at 08:14 and is filed under Beobachtetes, Fieses. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

6 Comments so far


  1. Dieter Bohlen on August 11, 2009 09:25

    Oben links prangt sein Konterfei …

    Tragisch, wenn ein “Akademiker” links von rechts nicht unterscheiden kann.

  2. dany on August 11, 2009 09:49

    Früher war sein “Konterfei” tatsächlich oben links …
    Aber davon hab ich kein brauchbares Bild gefunden, daher das aktuelle …

  3. Dieter Bohlen on August 11, 2009 18:07

    Eine bessere Ausrede ist dir nicht eingefallen?

  4. dany on August 12, 2009 21:42

    Franz Josef Wagner

  5. Dieter Bohlen on August 13, 2009 00:30

    Das hast du fein hingekriegt!

  6. Lieber … (I) at staerkstes-blog.ch on August 18, 2009 08:11

    [...] Post von … MIR!? [...]

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