.
.
.


Bonnie tauchte mit einem ziemlich gut aussehenden Jüngelchen im Studio auf. An ihr hingegen war der Zahn der Zeit nicht spurlos vorübergegangen. Ich dachte nur: Uijuijui, wie kriegen wir den alten Schrubber nur hin?
Wir besprachen die Songs, sie war unsicher. Dies passte ihr nicht und das ging auch nicht und alles, wo “Devil” oder “Hell” drin vorkam, war schon mal ganz daneben.
“Mensch, Bonnie”, meinte ich zu ihr, “jetzt hast du jahrelang deine Rockmusik gemacht, aber vielleicht musst du einfach ein bisschen kommerzieller werden.” Es war zwecklos. Was immer Luis oder ich ihr sagten, das war tausendmal unwichtiger als die Meinung von diesem Kerl an ihrer Seite. Also schnappte ich mir den Knaben vorm Klo und brachte ihn erstmal auf Spur: “Du, mach der Lady mal klar, dass sie das jetzt singen soll.”

Dieter Bohlen (der hier wie Kinski oft genug vertreten sein wird, um eine eigene Kategorie zu erhalten), in “Nichts als die Wahrheit”, über seine Erfahrungen mit Bonnie Tyler, die er Anfang der 1990er produzierte.
Die Aufforderung zum Schluss bringt auch schön auf den Punkt, was die Musik für den Kerl letztlich darstellt; Business, das irgendwie erledigt werden muss …

dieter bohlen

Die Szene erinnert mich an einen Dialog, den ich einst mit dem selbst ernannten Musikproduzenten D. hatte;

“Mensch, D.”, meinte ich zu ihm, “jetzt hast du jahrelang deine Flopmusik gemacht, hast fünfstellige Summen verballert, bevor du überhaupt je was veröffentlicht hast, aber vielleicht musst du einfach ein bisschen kommerzieller werden.” Es war zwecklos. Was immer ich ihm sagte, das war tausendmal unwichtiger als die Meinung von diesem Kerl in ihm drin, auch genannt das Verlierer-Syndrom.

Nur die Szene vor dem stillen Örtchen, die gabs bei uns beiden nie.
Kann mir schliesslich auch völlig wurscht sein, wieviele musikalische Bruchlandungen der gute D. in seinem Leben noch so hinlegt …



Possibly related:


Comments

This entry was posted on Freitag, Februar 16th, 2007 at 21:01 and is filed under Bohlen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

22 Comments so far


  1. D. alias Jon Bovi on Februar 17, 2007 13:47

    An den selbst ernannten, sich in Hirnwichserei übenden Musikkritiker D.N.
    An deinem boulevardähnlichen Bohlen-Blog muss ich einiges richtig stellen.
    1. Ich habe mich nie Musikproduzent genannt, weil ich genau so wenig einer bin wie du. Ich bin höchstens Songwriter oder Liedermacher, wenn dir das besser gefällt. Nichts weiter als einer, der gerne Lieder schreibt und professionell vertonen lässt.
    2. Im Gegensatz zu dir lasse ich auf Worte auch Taten folgen. Bis auf ein paar gross gespuckte Töne habe ich von dir in musikalischer Hinsicht nichts gehört.
    3. Die Tatsache, dass du dich auf die gleiche Stufe stellst wie der grosse Bohlen, zeugt von deinem selbst diagnostizierten Grössenwahn und deiner masslosen Selbstüberschätzung. Bekanntlich sind die Erfolglosen die schärfsten Kritiker.
    4. Frag mal den Bohlen oder den DJ Bobo, wie wie viel Zeit und Geld sie vergeudet haben, bevor sie den ersten grossen Coup landeten. Zumindest hat es ein Song von mir schon mal in die Compilationscharts geschafft und ansehnliche Tantiemen eingebracht. Von dir hingegen ist nur heisse Luft zu vernehmen. Die Erfahrungen, Erlebnisse und Bekanntschaften, die ich durch meine Projekte machen durfte, wiegen das investierte Geld längst auf.

    Es gäbe noch einiges richtig zu stellen, aber ich möchte deinen Manien und Psychosen keinen Vorschub leisten.
    Wie schon erwähnt, geschrieben wird nur über interessante Leute. Wenn du mal deine Grütze anstrengst, kommen dir bestimmt noch interessantere Themen in den Sinn als mein spektakulärer Werdegang.

  2. D. alias Jon Bovi on Februar 17, 2007 14:19

    Noch etwas zum Verlierer-Syndrom: Bis auf einen Euro und deine Ein-Esel-kraut-den-anderen-Freundschaft mit Zappadong hat dein zeit- und kostenintensives Blog bislang nichts eingebracht.

  3. Zappadong on Februar 17, 2007 18:21

    Hi D.

    Nichts eingebracht? Na ja, vielleicht Schreibspass. Freude am Wörterspiel. Am Basteln (wenn ich so die Bauarbeiten betrachte).

    Was soll es denn bringen, das Blog? Ruhm? Ehre? GELD?

    Zappadong *kratzt sich am fragend am Kopf*

  4. D. alias Jon Bovi on Februar 17, 2007 19:52

    @ Zappadong

    Das ist je die Krux. Der werte D.N. wird nicht müde, meine Hobbies auf den finanziellen Erfolg zu reduzieren. So wie bei seinem Blog geht es noch um andere Dinge als um den schnöden Mammon, nämlich um unvergessliche Erlebnisse und um den Spass an der Sache.
    Wer ein Hobby ernsthaft betreibt, kommt nicht darum hin, auch Geld und Zeit zu investieren, ohne Gewähr, dass sich seine Bemühungen je auszahlen werden.
    Was ein Blog sonst noch bringen soll? Auch ich habe Freude am Schreiben und an Wortspielereien, nur dass ich es nicht auf Kosten anderer Leute mache. Das ist der grosse Unterschied.
    Ich hoffe, das Jucken an deinem Kopf hat sich verzogen.

    Jon Bovi, die Arme hoch werfend

  5. Zappadong on Februar 18, 2007 09:25

    @ D.

    Was machst du denn für Musik? Kann ich die irgendwo hören?

    Ja, das Jucken am Kopf ist weg. Danke für die Erklärung.

    Zappadong

  6. dany on Februar 18, 2007 13:00

    @ D.

    Der einzige Grund, weshalb man von mir, ausser ein paar Demos, noch nichts gehört hat, ist der, dass ich in musikalischer und finanzieller Hinsicht noch immer auf der Suche nach den idealen Partnern bin, gerade weil ich grosse Ambitionen habe und nicht schon zu Beginn dieselben Fehler machen will wie du …
    So einfach ist das.

  7. Zappadong on Februar 18, 2007 16:16

    Ich würde jetzt aber trotzdem brennend gerne wissen, welche Musik D. macht.

    Zappadong

  8. D. alias Jon Bovi on Februar 19, 2007 12:00

    @ D.N.

    Mit idealen Partnern meinst du wohl einen Produzenten, der dir deine Tracks möglichst professionell und kostenlos vertont? Und einen Dummen, der für dich seine Kohle in den Sand setzt (mein Fall mit dem ersten Produzenten liegt ganz anders, er ist effektiv Produzent und hat seine Gegenleistung erbracht, wenn auch nicht ganz vertragskonform)? Von einem 30-Jährigen würde ich eine etwas erwachsenere und realistischere Denkweise erwarten.

    Würdest du deine Wettschulden begleichen, so würde ich mit dir wetten, dass du auch in zehn Jahren noch ohne Partner dastehen wirst. Du bist schlicht und ergreifend nicht in der Position, Ansprüche zu stellen. So verhält es sich auch bei deiner Damenwahl.

    Ich hoffe, du siehst dies nicht als Herausforderung, in diesem Blog schmutzige Wäsche zu waschen oder Märchengeschichten zu verbreiten. Diesbezüglich wüsste ich noch einiges über dich zu berichten.

  9. D. alias Jon Bovi on Februar 19, 2007 12:15

    @ Zappadong

    Ich würde meine Songs als poppig, melodiös und eingängig bezeichnen.

    Der einzige öffentlich zugängliche Song war ein Song auf einer WM-Compilation 2006, welcher zwischenzeitlich wieder vom Netz genommen wurde.

    Meinem ganzen musikalischen Schaffen liegt der Eurovisions-Gedanke zugrunde. Ich werde nicht Ruhe geben, bevor ich mir diesen Wunsch erfüllt habe. Dazu habe ich einen professionellen Produzenten an der Hand.

  10. Zappadong on Februar 19, 2007 12:53

    Oh, das klingt schon mal gut, D.
    Poppig, melodiös und eingängig ist zwischendurch gar nicht übel. Kennst du die Gruppe Reamonn? Da kann ich nie genug kriegen davon. Geh mal auf die Webseite von denen; ich glaube, die geben jungen Musikern eine Plattform für ihre Songs.

    Ich habe übrigens einen Musikerkollegen, der in die genau gleiche Richtung denkt, Songs schreibt und zielt, wie du. Der ärgert sich jedes Jahr grün und blau über das Auswahlprozedere zum Concours D’Eurovision.

    Selber kann ich dummerweise nicht singen. Wenn es etwas gäbe, dass ich am allerliebsten wäre, dann wäre das Rocksängerin. Ich liebe den Sound von elektrischen Gitarren, ein gutes Livekonzert gibt mir Energie für mindestens zwei Monate.

    Zappadong

  11. D. on Februar 19, 2007 13:20

    @ Zappadong

    Reamonn finde ich klasse. Die haben schon einige tolle Songs hervorgebracht.
    In Sachen Musik scheinst du einen ähnlichen Geschmack zu haben. Bisher habe ich einen einzigen Rocksong geschrieben und mit einer Gewaltsstimme vertonen lassen. Der könnte dir gefallen.
    Über das Auswahlprozedere des Eurovision Song Contests ärgere ich mich schon lange nicht mehr. Ohne klingenden Namen sind die Chancen gleich null. Deshalb bin ich auf der Suche nach einem ebensolchen Namen. Das Ganze fing mir einer Bruchlandung mit Gunvor an (für ihren damaligen Eurovisionsflop kann ich nichts). Nun stehe ich in Verhandlung mit internationalen Künstlern. Bis zur definitiven Zusammenarbeit wird es wohl noch ein grosses Stück hin sein. Das braucht einen langen Atem und den habe ich zum Glück.

  12. dany on Februar 19, 2007 14:03

    @ D.

    Besessen vom “Eurovisions-Gedanken” ..?!

    Ich sags ja; du wirst für mich immer mehr zu dem, was der (gleichermassen gepolte) Ralph Siegel für Bohlen ist …

    Und verschone mich mit deinem “Wettschulden”-Gewäsch; du hast jene Wette NICHT gewonnen ..!! Das war ein astreines Unentschieden.

  13. D. on Februar 19, 2007 14:22

    @ D.N.

    … und du zu dem, was du für Bohlen und mich bist … ein absoluter Nobody und Dummschwätzer.

    Mit meinem Wettschulden-Gewäsch? Das Einzige, was astrein war, sind deine billigen Ausreden. Dein Hochspringen vom platt gesessenen Bürostuhl, als du von den Interna deines viel zitierterten Mitbewohners hörtest, lässt mich gnädigerweise ein Auge zudrücken.

  14. dany on Februar 19, 2007 15:16

    @ D.

    Red dir dein katastrophales Miss-Management im Zusammenhang mit deinem ersten Produzenten schön wie du willst (Erfahrungen gesammelt, Leute kennen gelernt, …), kann mir ja wurscht sein, aber ich kritsiere keineswegs in erster Linie deine Kosten, sondern die Tatsache, dass sich keiner deine Musik anhören wollte (und wollen wird) …

    Aber warum so geheimnisvoll ..?

    Das hier ist der Song von der WM-Compilation, für den D. verantwortlich zeitigt.

    Was mich betrifft; ich brauche keine “internationalen Künstler”, um was zu reissen (“Verhandlungen” ..?! Ich dachte, das Ding sei unter Dach und Fach ..!), sondern schaffe mir mein internationales Renommee selbst – durch Kreativität, Originalität und geschicktes Abkupfern …

    @ Zappakong

    Mitbewohner H. hat noch eine CD mit einigen D.-Produktionen (die er wahrscheinlich noch nie angehört hat …) bei uns rumliegen (darunter auch den WM-Song). Ich kann dir davon ein paar mp3-Dateien zukommen lassen …

  15. D. on Februar 19, 2007 15:32

    @ D.N.

    Die Geschichte mit dem ersten Produzenten ist dir ja so wurscht, dass du sie immer wieder aufs Neue aufwärmen musst. Jede dieser Erfahrungen hat mich einen Schritt näher zu meinem Ziel gebracht. Du hingegen stehst noch ganz unten auf der Leiter (und wirst wohl auch dort bleiben).

    Lass uns doch mal was von deinen musikalischen Ergüssen hören. Ich bin schon ganz gespannt darauf, vor allem auf deine Ausreden (ist noch nicht soweit, bin gleich soweit, …). Internationales Renommee? Da grunzen ja die Hühner!

    Von wegen niemand will meine Songs hören. Zumindest wurde mein WM-Song OHNE Promibonus von 400 Einsendungen zu den besten 6 gewählt und im Zürcher Hallenstadion vorgeführt. Im Rahmen der Euro 08 werde ich dieses Kunststück höchst wahrscheinlich wiederholen.

    Noch etwas: Falls Zappadong an meinen Songs interessiert ist, dann werde ich sie ihr persönlich zukommen lassen. Was mit meinen Titeln passiert, bestimme immer noch ich.

  16. Zappadong on Februar 19, 2007 16:39

    öhm, ihr zwei Streitgüggel. Ja, ich hätte gerne ein paar der Songs gehört.

    D., wenn du mich unter straycatwild@hotmail.com anschreibst, dann verrate ich dir die richtige Mailadresse, wo du die Songs hinschicken kannst. Würden mich echt interessieren.

    Zappadong

  17. Zappadong on Februar 19, 2007 16:45

    PS: Klingt doch nicht schlecht, der Song :-)

    D., hast du eine Band oder mietest du dir die Musiker, wenn du ins Studio gehst? Mein Kollege hat seine CDs in New York, Nashville und Austin aufgenommen, mit Profimusikern, spielt aber auch in diversen Bands, hat jene Liveauftritte, schreibt geniale Songs (ist allerdings kein begnadeter Sänger und lässt deshalb öfters andere singen) – und hat den Durchbruch doch nicht geschafft :-( Ich find’s zum Brüllen.

    Was für Musik machst du denn, Dani?

    Zappadong

  18. D. on Februar 19, 2007 18:31

    Danke, Zappadong. Ist zwar nur ein kleiner Ausschnitt. Ich habe dir eine Mail an die genannte Adresse geschickt.

    Ich miete mir die Musiker oder mache mit ihnen gemeinsame Projekte. Meine Gitarre hilft mir beim Songwriting.

    Ja, Dani, was für Musik machst du denn? Etwa Dr. Oetker-Songs (man nehme …)? Und das ohne auch nur ein einziges Instrument zu spielen! Genial! :o )

  19. dany on Februar 20, 2007 00:23

    @ Zappapong

    Ich stehe mit meinen Musikplänen tatsächlich noch am Anfang, weiss aber ziemlich genau, was ich machen will; Popmusik, wie sie sein soll, aber in den Charts heutzutage für meinen Geschmack zu selten anzutreffen ist: lässig und mitreissend!
    Markante Midtempobeats und eingängige Melodien, für die durchaus auch auf Bestehendes zurück gegriffen werden darf (hier unterscheide ich mich ja wesentlich vom guten D. – der lehnt Covern und Sampling prinzipiell ab und produziert seine Langweiler-Mucke lieber originär, dabei ist richtiges Sampling eine Kunst für sich ..!) Und ich möchte mit verschiedenen Interpreten zusammen arbeiten, SängerInnen und RapperInnen.
    Zurzeit habe ich Ideen für drei konkrete Songs, einschliesslich Hintergrundstorys, die ich auf jeden Fall bis zum Stadium von Demos, die man Plattenfirmen präsentieren kann, produzieren lassen möchte.

    Und du solltest mich mittlerweile gut genug einschätzen können, um zu erkennen, dass ich die Leute von den Plattenfirmen eher überzeugen kann als ein Hinterbänkler wie D. …
    Ich bin doch der geborene Pop(p)-Star ..!

  20. D. on Februar 20, 2007 09:08

    @ D.N.

    Ich kann dich in der Tat gut einschätzen und weiss, dass du ein unverbesserlicher Maulheld bist. Wenn du wirklich eine Ahnung hättest, wüsstest du, dass die Plattenfirmen mit solchen Demos geradezu überschwemmt werden. Du kannst von Glück reden, wenn sie sich deine Demo überhaupt anhören. Mehr liegt für einen No-name wie dich nicht drin. So naive Vorstellungen hatte ich, als ich vielleicht 15 war. Über deine Naivität könnte ich stundenlang lachen. Überzeugen kannst du Plattenfirmen nur mit guten Songs und nicht mit deinem blöden Geschwätz, du Popel-Star.

  21. Zappadong on Februar 20, 2007 12:43

    Darf ich ein neutrales, streitfreies Statement einwerfen: Die Musikbranche wird in der Tat absolut und total überschwemmt von einer unendlichen Flut von Demos (seit man solche Dinger mit jedem mehrbesseren Computer herstellen kann sowieso).

    Ist genau wie beim Schreiben: Ist viel zu viel (zum grössten Teil grottenschlechte) Ware auf dem Markt.

    Da ist es eine Frage der persönlichen Einstellung, ob man da von Anfang an das Handwerk gleich hinschmeisst oder ob man es versucht und versucht und versucht. Wer sich schlussendlich durchsetzt oder eben nicht, ist oft nicht eine Frage von Qualität sondern ob man die richtigen Leute kennt und dann noch den richtigen Moment mit dem richtigen Song erwischt. Das Leben war noch nie fair und die Musikbranche sowieso nicht.

    Obwohl ich weiss, dass es sehr viele Retortenprodukte gibt, ziehe ich die gute alte Liveband, deren Mitglieder die Instrumente noch spielen und die Stimmung im Saal erzeugen können, irgendeinem Kunstprodukt vor.

    Auf jeden Fall beiden von euch viel Glück.

    Zappadong

  22. Der D.-Report ..! (Teil 2) at staerkstes-blog.ch on September 28, 2007 04:15

    [...] Na, bitte! Ich teilte D. sogleich die frohe Kunde per SMS mit: “… siehs positiv. Dein Frauchen würde es dir danken … wenn sie denn die leiseste Ahnung von alledem hätte …” Doch ich hatte die Rechnung ohne D.s Triebkraft gemacht: “Nein, nein, nix da ..!”, versuchte er, sich heraus zu lavieren und nahm dabei Haltung und Gestus eines Aaleverkäufers auf dem Basler Fischmarkt an, “Diese Seite da, die zählt nicht ..!” “Wieso denn nicht ..?”, wollte ich wissen. “Weil … das, damit hatte ich nicht, das passt mir jetzt gar nicht, so plötzlich, und überhaupt, das war so nicht abgemacht ..!”. Ich holte tief Luft. “Sieh mal!”, setzte ich an, in etwa so, wie ich das auch seiner zweijährigen Tochter erklärt hätte, “dieser Sprachfuzzi da, der hat sich mit der Sache eingehend beschäftigt, guck doch mal die ganzen Statistiken, die Aufstellungen, alles schön bunt und geordnet. Diese Seite erfüllt definitiv die Anforderungen, die wir an die Internetquellen gelegt hatten!” Doch man versuche mal einem Aaleverkäufer mit sachlichen Argumenten zu kommen. D. legte erst richtig los. “Ich will Geld! Ich will zu meiner Lieblings-Dirne!”, forderte er nun ganz unverblümt. Ich wackelte mit dem Kopf: “Nein, nein, nein! Du hast diese Wette nicht gewonnen, das war Unentschieden ..!” Damit war die Sache für mich erledigt. Doch nun passierte etwas, was ich bis heute nicht richtig glauben kann. D. fing an, mir zu drohen: “Zaster her!”, prollerte er asozial drauf los, “oder ich schick dir Leute ins Haus, die hauen dich in Stücke ..!!”. Ich dachte, mich knutscht ein Elch. Dann versuchte er es auf die perfide Tour: “Geld her oder ich verpetze dich wegen deiner nicht geahndeten Verkehrsdelikte!!”. Das waren alte Kamellen, von anno Asbach, doch D. klinkte nun völlig aus. Er verfasste Mails, in denen er mit Unbekannten Zeit und Ort von Hausbesuchen bei mir vereinbarte und leitete diese “versehentlich” an meine Adresse. Und er schickte mir Bilder von zerschlagenen, zerschundenen Köpfen … “Mensch D.!”, machte ich noch einen Versuch zur Güte, “Nu’ krieg dich mal wieder ein! Wirst sehen, du gewinnst dafür beim nächsten Mal! Komm, ich spendier dir ein Bier und gut is’!” Doch mit D. war überhaupt nicht mehr zu reden. Er war besessen von dem Gedanken, der “Gerechtigkeit” zum Sieg verhelfen zu müssen, jedenfalls jener, die mit seiner Interessenlage deckungsgleich war. Mir wurde angst und bange. Hatte ich etwa all die Jahre Seite an Seite mit einem Bekloppten verbracht, der nicht ins Puff, sondern in die Klapse gehörte ..?! Ich beschloss, Gegenmassnahmen zu ergreifen. Da D. zu jener Zeit auch mit meinem damaligen Mitbewohner H. im Milieu verkehrte, erteilte ich ihm als erstes Hausverbot. Ich begann, seine Drohmails zu sammeln und liess ihn das wissen: “Du, D., hör mal, ich hab da noch jede Menge Asse im Ärmel, digitalisiert, wenn du verstehst …” Schliesslich drohte ich ihm, seinem Frauchen von seiner jahrzehntelangen Freier-Karriere zu berichten, Beweisführung eingeschlossen. Als hätte ich was geahnt, hatte ich nämlich über all die Jahre heimlich immer mal wieder mit der Handy-Kamera einen Schnappschuss von D. in eindeutiger Pose gemacht … Das half, danach war Ruhe, abgesehen von gelegentlichen Sticheleien, die bis heute andauern. Mit denen konnte und kann ich leben … Doch ich bin in höchstem Masse enttäuscht von D.. Sein Trieb war offensichtlich stärker als unsere Freundschaft. Es gab in der Folge zwar Versuche, sich wieder näher zu kommen, doch alles vergebens, es wurde nie wieder wie früher … [...]

Name

Email

Website

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Share your wisdom

    RSS
    Mai 2013
    M D M D F S S
    « Sep    
     12345
    6789101112
    13141516171819
    20212223242526
    2728293031